Sammeln macht den Kopf frei

Im Herbst wird selbst ein gewöhnlicher Spaziergang schnell zur Schatzsuche. Eine besonders schöne Kastanie. Ein knallrotes Blatt. Hagebutten am Wegrand. Und plötzlich machen wir etwas, das wir als Kinder ganz selbstverständlich getan haben: Wir sammeln.

Klingt banal? Ist es nicht.

Denn aus Sicht unseres Gehirns ist eine ziemlich interessante Beschäftigung. Der Kopf bekommt plötzlich eine sehr konkrete und überschaubare Aufgabe, denn beim Sammeln verändert sich unsere Aufmerksamkeit. Statt über das nächste Mail, die offene Aufgabe oder das Gespräch von gestern nachzudenken, suchen unsere Augen plötzlich den Boden, Sträucher und Bäume ab.

Wo liegt noch eine schöne Kastanie? Welche Blätter haben sich bereits verfärbt? Was wächst da eigentlich?

Genau dieses bewusste Wahrnehmen der Umgebung ist interessant. Untersuchungen zeigen, dass es für die Erholung nicht nur eine Rolle spielt, ob wir draussen sind, sondern auch, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Menschen, die natürliche Elemente bewusst wahrnehmen, berichten von stärkerer Erholung und positivem Wohlbefinden.

Das Sammeln gibt unserem Kopf also einen kleinen, überschaubaren Auftrag. Nicht «Projekt abschliessen», «Inbox leeren» oder «Problem lösen», sondern: finden, anschauen, auswählen. Und jedes Fundstück bringt ein kleines Erfolgserlebnis, ein Glücksmoment mit sich.

Sammeln verbindet uns mit unserer Umgebung

Auch das Sammeln von Wildpflanzen und essbaren Naturprodukten wird wissenschaftlich untersucht. Eine Studie mit 458 Personen zeigte beispielsweise einen Zusammenhang zwischen häufigem Sammeln und einer stärkeren Verbundenheit mit der Natur. 

Wichtig: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Sammeln automatisch glücklicher oder gesünder macht. Es zeigt aber, dass diese aktive Form des Naturkontakts mehr positives Befinden und stärkere wahrgenommene Erholung mit sich bringt. 

Die NaturaVital-Herbst-Challenge

Mach aus deiner nächsten Pause eine kleine Sammelmission:

Suche draussen drei Dinge, die dir auffallen. Ein besonders schönes Blatt, eine interessante Form, eine Kastanie oder etwas, dessen Namen du noch nicht kennst.

Du musst es nicht einmal mitnehmen. Fotografieren oder betrachten reicht.

Denn vielleicht besteht die Kraft des Sammelns gar nicht darin, am Ende etwas zu besitzen.

Vielleicht liegt sie darin, dass wir während des Suchens für einen Moment vergessen, was sonst alles unsere Aufmerksamkeit haben will.